Mathematikunterricht und Kompetenzorientierung – ein offener Brief

In der letzten Woche kritisierten 130 Professoren und Lehrkräften in einem offenen Brief die mangelnde Qualität des Mathematik-Unterrichts und machten dafür speziell die Einführung von Bildungsstandards und Kompetenzorientierung verantwortlich. DZLM-Mitglied Günter Ziegler erklärte bereits in einem Tagesspiegel-Artikel, warum er den Brief nicht unterzeichnete. 

Bildungsjournalist Jan-Martin Wiarda wunderte sich daraufhin in einem Blogeintrag über die "unverhohlene Skepsis der empirischen Bildungsforschung gegenüber", nun antworten 50 Professorinnen und Professoren aus der Mathematikdidaktik in ganz Deutschland auf den "Brandbrief". 

Viele DZLM-Mitglieder sind unter den Unterzeichnenden der Stellungnahme. Auch sie sehen die angesprochenen Probleme und unterstützen das Anliegen einer besseren Mathematikausbildung an den Schulen, weisen die Ursachenanalyse in diesem Brief jedoch als "erkennbar falsch" zurück.

DZLM-Mitglied Professor Timo Leuders spricht sich gegen einen monokausalen Erklärungsversuch aus: "Wir plädieren für einen konstruktiven Umgang mit dem Problem. Eine schnelle Schuldzuschreibung erachten wir als nicht hilfreich. Die Mathematikdidaktik ist ja seit vielen Jahren zu diesem Problem im Gespräch mit der Mathematik und den Lehrkräften und alle Beteiligten werden auch weiter daran arbeiten – zum Beispiel auch an der Frage, wie eine verpflichtende und fachbezogene Lehrkräftefortbildung zur Unterstützung der Reformbemühungen möglichst zügig umgesetzt werden kann."

Den kompletten Text der Stellungnahme lesen Sie hier.